KAISER FRANZ JOSEF MUSEUM

Hochstraße 51, 2500 Baden, 1905, A: Karl Badstieber, Karl Reiner, BM: Josef Eichholzer, BH: Verein der NÖ Landesfreunde, Zubau 1908, Wiederaufbau und Renovierung 1960-1965, Umbauten 2008, 2012 und 2018-2019.

Das am nördlichen Stadtrand Badens gelegene Museum wurde durch einen privaten Verein zur Unterbringung der umfangreichen geologischen, prähistorischen, sowie landwirtschaftlichen und gewerblichen Sammlung errichtet. Zum 60-jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers erhielt der nun um zwei Säle erweiterte Bau im Jahr 1909 den Namen Kaiser Franz Josef Museum. Ein weiterer Zubau umfasste gastronomische Einrichtungen. Während die Außenerscheinung des L-förmigen Baukörpers traditionell anmutet und einem historisierenden Heimatstil zuzuordnen ist, zeigen einzelne Elemente auch Anklänge an den Jugendstil.

Bearbeitet von Danery Mejia Rivera und Andres Reyes Pico.

MUSEUMSPAVILLON

Der für die ArchitekTOUR temporär eingerichtete Pavillon stellt die Außenkontur des Kaiser Franz Josef Museums als Rahmenkonstruktion dar. Neben der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Museumsbaus werden hier auch die architektonischen Charakteristika des Gebäudes thematisiert. Der Pavillon soll zum Betreten sowie zum Schmökern in den Informationstafeln einladen und zu einem Besuch des Kaiser Franz Josef Museums anregen.

  • 1893

    Verein der Niederösterreichischen Landesfreunde

    1892 entstand in Baden eine Tischgesellschaft mit dem Namen “Niederösterreichische Landesfreunde”, welche sich ein Jahr später in einen Verein umwandelte. Neben verschiedenen Forschungsarbeiten veröffentlichte der Verein die Publikationsreihe “Der niederösterreichische Landesfreund”, welche der Bevölkerung die Geschichte Niederösterreichs in einfacher Form übermittelte. Auf diese Weise konnten zahlreiche Förderer gewonnen werden.

  • 1900

    Erste Ausstellung des Vereins

    Durch die stetige Erweiterung der Sammlung wurde der Bedarf an eigenen Sammlungs- räumlichkeiten immer größer. Schließlich konnte am 4. November 1900 durch den Gemeinderat Franz Fasching mit Widmung des Bürgermeister Rudolf Zöllner im damals neuerbauten Gymnasium in Baden die Sammlung der Öffentlichkeit präsentiert werden. 

  • 1905

    Museumsbau

    Die Räumlichkeiten im Gymnasium erwiesen sich nach kurzer Zeit als ungünstig für die Ausstellung der bedeutungsvollen Sammlungsgegenstände. 1904 kam es zu einer staatlichen Subvention, die den Neubau eines Museums ermöglichte. Das Museums, das vorerst den Namen “Museum der Niederösterreichischen Landesfreunde” erhielt, wurde als einstöckiges Gebäude von den Architekten Karl Badstieber und Karl Reiner geplant. Das Bauwerk konnte jedoch aufgrund von unzureichenden Mitteln nicht in der geplanten Größe fertiggestellt werden.

    Das Gebäude wurde am 8. September 1905 mit drei Sälen eröffnet. Die Ausstellungsräume widmeten sich der Vermittlung von geologischen, prähistorischen sowie landwirtschaftlichen und gewerblichen Themenschwerpunkten.

  • 1908

    Zubau und Erweiterung

    Die Räumlichkeiten im Gymnasium erwiesen sich nach kurzer Zeit als ungünstig für die Ausstellung der bedeutungsvollen Sammlungsgegenstände. 1904 kam es zu einer staatlichen Subvention, die den Neubau eines Museums ermöglichte. Das Museums, das vorerst den Namen “Museum der Niederösterreichischen Landesfreunde” erhielt, wurde als einstöckiges Gebäude von den Architekten Karl Badstieber und Karl Reiner geplant. Das Bauwerk konnte jedoch aufgrund von unzureichenden Mitteln nicht in der geplanten Größe fertiggestellt werden. Das Gebäude wurde am 8. September 1905 mit drei Sälen eröffnet. Die Ausstellungsräume widmeten sich der Vermittlung von geologischen, prähistorischen sowie landwirtschaftlichen und gewerblichen Themenschwerpunkten.

  • 1909

    „Kaiser Franz Josef Museum“

    Anlässlich des neu errichteten Saales sowie des 60. Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph wurde am Kaiserhof angefragt, ob das Museum nach dem Kaiser benannt werden dürfe. Die Genehmigung, das Gebäude unter dem Namen “Kaiser Franz Joseph-Museum” zu führen, wurde am 25. Oktober 1909 erteilt, was nicht nur von großer Bedeutung für den Verein der Niederösterreichischen Landesfreunde, sondern auch für die Stadt Baden war.

  • 1914-1945

    Erster und Zweiter Weltkrieg

    1914 wurde eine zusätzliche Erweiterung eingereicht, bei der das L-förmige Volumen des Gebäudes gespiegelt werden sollte. Aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs waren die Umbaupläne jedoch bis auf Weiteres hinfällig.

    Während der Kriege und der Besatzungszeit kam es zur Zerstörung der Museumseinrichtung sowie zu Vandalismus und Diebstahl an den Sammlungsstücken. Dabei gingen rund 90% der Museumsgegenstände verloren.

  • 1960

    Renovierung und Sanierung

    Die verbliebenen Sammlungsgegenstände wurden, bis es 1960 zum Wiederaufbau des Museums durch den Verein kommen konnte, sechzehn Jahre lang von Anna Thusnelda Calliano und Johann Wagenhofer aufbewahrt. Die Wiederherstellung der Ausstellung war ein schwerer und langwieriger Prozess, der nur durch Subventionen des Kulturreferats der Nieder- österreichischen Landesregierung und der Stadtgemeinde Baden sowie der Unterstützung von vielen Gönnern und Förderern durchgeführt werden konnte.

  • 1965

    Wiedereröffnung

    Am 6. September 1965 wurde das Museum nach langjährigen Renovierungs-arbeiten wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Hauptthemen der Ausstellung waren Handwerk und Volkskunst.

LITERATUR

CUVAY, Roxane, [Hrsg.], Führer durch das Kaiser-Franz-Josef-Museum Baden, Handwerk & Volkskunst, Baden bei Wien 1965.

HUEBER, Friedmund, Magistratsabteilung 18 Stadtentwicklung und Stadtplanung [Hrsg.], Farbgestaltung historischer Fassaden in Wien, Wien 2008.

KITLITSCHKA, Werner [Hrsg.], Historismus & Jugendstil in Niederösterreich, Verlag Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten-Wien 1984.

LIEB, Stefanie [Hrsg.], Was ist Jugendstil?, Eine Analyse der Jugendstilarchitektur 1890-1910, Verlag Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000.

PECH, Anton [Hrsg.], Fassade, Baukonstruktionen 13, Birkhäuser Verlag GmbH, Wien 2014.

WAGENHOFER, Johann [Hrsg.], Führer durch das Kaiser Franz Josef-Museum und durch die Kurstadt Baden, Verlag des Vereins der Niederösterreichischen Landesfreunde in Baden 1910.

PRIMÄRQUELLEN

Interview der Autoren mit Alexander Blümel, Museumsdepot Baden, 10.05.2021.

EICHHOLZER, Josef, Plan für das Prähist. Museum am Mitterberg in Baden Parcelle N: 525, Vorderansicht, Museumsdepot KFJ Museum.

EICHHOLZER, Josef, Plan zum Zubau eines „Kaiser- Jubiläumssaales“ an dem Prähist. Museum am Mitterberg für den Verein der NÖ. Landesfreunde in Baden 1908, Ansicht, Museumsdepot KFJ Museum.

EICHHOLZER, Josef, Plan zum Zubau von einem Saalgebäude am Mitterberg „für den Verein der NÖ. Landesfreunde“ in Baden, Vorderansicht, Museumsdepot KFJ Museum.

ONLINE-QUELLEN

Architektenlexikon, Architekturzentrum Wien, SCHUMANN, Petra, Karl Reiner, Architekturzentrum Wien, in: http://www.architektenlexikon.at/de/492.htm (15.05.2021).

SCHEIDL, Inge, Karl Badstieber, Architekturzentrum Wien, in: http://www.architektenlexikon.at/de/15.htm (15.05.2021). mapcarta: https://mapcarta.com/de/17888670 (22.07.2021).

noemuseen, Museumsmanagement Niederösterreich GmbH, in: https://datenbank.noemuseen.at/db/museum-detail.asp?menuSuche=museum&kat=&umkreis=4500&gemnr2=&gemnr=&sort=&ortumkreis=&tt=
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Offizielle Webseite KFJ Museum, Verein Niederösterreichische Landesfreunde in Baden, http://www.kaiser-franz-josef-museum-baden.at (21.07.2021).

LITERATUR

Historische Aufnahmen: Sammlung Museum der NÖ Landesfreunde, Museumsdepot KFJ Museum

Aktuelle Aufnahmen: Fotografien der Autoren, 5. Mai 2021.

Axonometrie Ausstellungspavillon: Grafiken der Autoren.